Holzschnitt
Bei einem Holzschnitt werden alle nicht druckenden Teile mit unterschiedlichen Profilen feiner Messer aus dem widerspenstigen Material einer glatt gehobelten Holzplatte entfernt, so daß ein Relief aus Stegen und flächigen Inseln entsteht.
Das Bearbeiten des widerspenstiges Materials, das Kraft erfordert, erschwert Kurven und geschmeidige Schwünge, und führt zu einem ursprünglich und einfach anmutenden Bild, dessen Schwarz-Weiß-Kontrast das Ergebnis maßgeblich bestimmt.
Eine Idee oder auch die konkrete Komposition eines Gemäldes in den Holzschnitt zu übertragen, bedeutet einen wohlüberlegten Übersetzungsprozeß zu leisten, der abgestufte Übergänge ausschließt. Als eine belebende Struktur wird nicht selten die Maserung des Holzes in die Wirkung eines Druckes einbezogen.
Der Holzschnitt ist das älteste bekannte Druckverfahren, dessen Höhepunkte in der Kunst des späten 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland und Italien, im ausgehenden 19. Jahrhundert in Frankreich und im frühen 20. Jahrhundert im deutschen Expressionismus zu finden sind.
