Edvard Munch

Sommernacht. Die Stimme

1894

Aquatinta, Kaltnadel, auf geripptem Bütten
249 x 326 mm / 384 x 456 mm
Gedruckt von Carl Sabo / Ludwig Angerer, Berlin

Inv. Nr. SG 225
Erworben 1911 von Ernst Arnold, Dresden

Literatur: Sch. 19 II/III a; Woll 12 II/III a
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Reglos steht ein junges Mädchen vor einer Reihung hoher, schlanker Kiefernstämme am Ufer eines Gewässers.

Im kühlen Licht des Vollmondes, der sich im Wasser spiegelt, ist ihre Gestalt klar beschrieben.

In einem hochgeschlossenen taillierten Kleid, die Hände in den Rücken gelegt, das dunkle Haar von einem Hut gehalten, hat sie ihren Kopf demonstrativ in den Nacken gestreckt. Dämonisch verschattete Augen beherrschen ihr bleiches Antlitz.

Die extreme Nahansicht und zentrale Position der Figur steigern ihren verunsichernden, zwischen Träumerei und Verführung liegenden Ausdruck.

Mittels einer Kombination aus linear beschreibender Zeichnung der Kaltnadel und abgestufter Flächenätzung löst Munch eine erotisch aufgeladene Atmosphäre ein, expliziter als in zwei Gemälden von 1893 und abweichend von seinem späteren Holzschnitt .

Städel Museum