Edvard Munch

Tête-à-Tête

1894

Aus der Mappe »Edvard Munch. Acht Radierungen«, 1895

Radierung, Kaltnadel, Polierstahl, auf geripptem Japan
206 x 316 mm / 338 x 476 mm
Gedruckt von Ludwig Angerer, Berlin

Inv. Nr. SG 297
Erworben 1912 von Ernst Arnold, Dresden

Literatur: Sch. 12 III/III b; Woll 9 III/III b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Durch das angeschnittene Fenster, das den Blick auf eine belebte Straße andeutet, dringt nur wenig Licht in das Halbdunkel einer Gaststube, wo ein Paar beim Glase zusammensitzt.

Helle Zonen bilden die reflektierende Tischplatte, Gesicht und Hände der Frau, in der Munchs Schwester Inger vermutet wird, und vor allem die raumgreifenden Schwaden des Pfeife rauchenden Mannes.

Im Profil gibt Munch das Porträt des befreundeten, 1888 im Alter von 26 Jahren um Leben gekommenen norwegischen Malers Karl Jensen-Hjell wieder.

Das Motiv der Radierung variiert in Seitenverkehrung ein Gemälde von 1885, ein intimes Tête-à-Tête aus dem Milieu der Kristiania-Boheme .

Städel Museum