Edvard Munch

Vampyr II

1895

Lithographie mit Kreide und Tusche, Schabeisen, auf grauem Karton
387 x 550 mm / 480 x 660 mm
Gedruckt von M. W. Lassally, Berlin

Inv. Nr. 66169
Vermächtnis Dr. Carl Hagemann 1948

Literatur: Sch. 34 II/II a; Woll 41 I/X
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Von einem dunklen Schatten hinterfangen, beugt sich eine Frau über eine Männergestalt. Ihr langes Haar ist über ihn gefallen und ihre nackten Arme scheinen ihm Halt zu geben.

»Es ist in Wirklichkeit nur eine Frau, die den Nacken eines Mannes küßt«, schreibt Munch um 1933, und tatsächlich suggeriert angesichts dieser einfarbigen Lithographie nur der Titel die unheilvolle Rolle einer Blut saugenden Partnerin.

»Vampyr II« ist die druckgraphische, seitenverkehrte Übertragung eines Motivs, das Munch erstmals 1893 unter dem Titel »Liebe und Schmerz« als Gemälde ausführte.

Der Künstler zählte es, wie auch den »Kuss« , die »Stimme« und den »Tod im Krankenzimmer« zu einem offen anwachsenden Werkkomplex aus Ölgemälden, den er »Die Liebe«, dann »Motive aus dem modernen Seelenleben« und nach 1918 schließlich »Lebensfries« nannte.

Städel Museum