Porträt der vier Knaben
1902
Aus der Mappe »Aus dem Hause Max Linde«, 1902
Kaltnadel, auf geripptem Bütten
170 x 345 mm / 440 x 600 mm
Gedruckt von O. Felsing, Berlin
Inv. Nr. 66818
Erworben 1962 von Klipstein & Kornfeld, Bern
Literatur: Sch. 180; Woll 212 IV/IV
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2011
1902 lernt Munch den Lübecker Augenarzt und Kunstsammler Dr. Max Linde (1862–1940) kennen, der für die nächsten Jahre ein wichtiger Mäzen des Künstlers ist.
Der erste
Auftrag, den Munch für Linde ausführt, ist das druckgraphische Mappenwerk »Aus dem Hause Linde«,
das Bildnisse der Familienmitglieder und
Ansichten des Anwesens
vereint.
Munch beginnt diese Arbeit im Herbst 1902 in Lübeck und beendet sie noch im gleichen Jahr in Berlin. Frontal und ihrem Alter nach aufgereiht gibt Munch ein geschlossenes Gruppenbildnis der vier Söhne. Durch das gewählte Brustbild bleiben Größenunterschiede und Physiognomien berücksichtigt.
Die unterschiedlichen Charaktere der Geschwister, wie sie Munch ein Jahr später in seinem bekannten Gemälde »Die vier Söhne des Dr. Max Linde« zum Ausdruck bringt, treten in der Kaltnadelarbeit hinter die familiäre Zusammengehörigkeit der Kinder zurück.