Edvard Munch

Sommernacht
(Die Stimme)

1898

Holzschnitt, auf geripptem Japan
251 x 93 mm / 380 x 170 mm
Gedruckt von M. W. Lassally, Berlin

Inv. Nr. 66858
Erworben 1963 von Klipstein & Kornfeld, Bern

Literatur: Sch. 113; Woll 129 b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Im Herbst 1896 in Paris beginnt Munch, auch im Holzschnitt zu arbeiten. Zu den ersten Werken zählt eine Fassung nach dem Motiv »Die Stimme«, das er 1893 als Gemälde ausführte und zunächst 1894 im Tiefdruck variierte.

Der zwei Jahre später im schmalen Hochformat angelegte Holzschnitt gleichen Titels reduziert die frühere Komposition auf die Spiegelung des Mondscheins im Wasser, auf den hohen Stamm einer einzelnen Kiefer und auf das Brustbild eines eher kindlich wirkenden jungen Mädchens.

Durch diese Veränderungen und den starken Helldunkelkontrast der schroff umrissenen Flächen des Holzschnitts überwiegt die Bildsprache der vereinfachten Naturformen, die als symbolträchtiger Hintergrund für die erwachende Sexualität verstanden werden kann.

Städel Museum