Das kranke Kind I
1894
Aus der Mappe »Edvard Munch. Acht Radierungen«, 1895
Kaltnadel, Roulette, auf geripptem Japan
363 x 270 mm / 485 x 337 mm
Gedruckt von Ludwig Angerer, Berlin
Inv. Nr. SG 301
Erworben 1912 von Ernst Arnold, Dresden
Literatur: Sch. 7 V/V b; Woll 7 VI/VII b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Im Alter von 15 Jahren starb Munchs ältere Schwester Sophie 1877 an Tuberkulose. Das einschneidende Erlebnis sollte für den Künstler lebenslang unvergessen bleiben.
Nach einer Gemäldefassung von 1885/86 zählt das in seiner Zeit durchaus verbreitete Thema des »Kranken Kindes« zu den ersten, die Munch auch in der 1894 begonnenen Druckgraphik behandelt.
Die seitenverkehrte Umsetzung wiederholt das Bild einer erschöpft zusammengesunkenen Frau neben dem bleichen Kind, das seinen Blick abgeklärt in die Ferne richtet.
Die so beschriebene Endgültigkeit der Situation kombiniert Munch mit einer unten angesetzten Ansicht einer lichten Landschaft aus wenigen Wolken und einem Baum.
Eine Abwandlung und Steigerung des Ausdrucks gelingt ihm in seiner späteren
Farblithographie
.