Edvard Munch

Meereslandschaft

1897

Farbholzschnitt von zwei Stöcken, auf geripptem Japan
372 x 572 mm / 475 x 635 mm
Gedruckt von M. W. Lassally, Berlin

Inv. Nr. SG 3487
Erworben 1961 vom Stuttgarter Kunstkabinett

Literatur: Sch. 125 b; Woll 117 III/V b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Der in Schwarz und Blaugrün gedruckte Holzschnitt einer nächtlichen Landschaft greift ein Motiv auf, das Munch bereits 1892 in zwei Gemälden umgesetzt hatte. Durch eine zusätzliche Rahmung sind im seitenverkehrten Holzschnitt das Ausschnitthafte, aber auch dieser Rückgriff betont.

War es das heimatliche Åsgårdstrand, das einst als topographische Anregung gedient haben mag, so strebte Munch keine naturalistische Beschreibung dieser Landschaft an. Er schuf eine Komposition aus abstrahierten Formen eines Felsens, eines Baumstumpfes und der so genannten »Mondsäule«, die seither wiederkehrende Elemente seiner Landschaftssymbolik bilden.

Die auf den Hell-Dunkel-Kontrast und komprimierte Formen reduzierte, kraftvolle Bildsprache des Holzschnitts, der parallel zur Maserung ausgeführt ist, kombiniert der Künstler mit dem Druck einer blaugrünen Tonplatte, die den Lichtschein des Mondes wirkungsvoll ausspart.

Städel Museum