Edvard Munch

Meer der Liebe

1896

Lithographie mit Kreide und Tusche, auf geripptem Japan
310 x 420 mm / 450 x 530 mm
Gedruckt von M. W. Lassally, Berlin

Inv. Nr. SG 603
Erworben 1914 von Ernst Arnold, Dresden

Literatur: Sch. 71; Woll 81 V/V b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Das nackte Paar, das schwerelos im Strom seichter Wellen treibt, ist eine der vergleichsweise wenigen Bildideen Munchs, die er ausschließlich graphisch umsetzte.

Unterhalb eines ruhigen Sternenfrieses und einer leicht bewegten Wasseroberfläche wird der Blick auf das bleiche Angesicht einer Frauengestalt gelenkt, unter deren langem Haar verborgen, das Profil des an ihrer Schulter liegenden Partners nicht auf Anhieb auszumachen ist.

Die beunruhigende Szene schwankt zwischen Leidenschaft und Liebesstod . Sie kommt einem Traumbild gleich, das mit seinen realistischen Anleihen der Bildsprache des Symbolismus zuzuordnen ist.

Im Interpretationszusammenhang dieser Lithographie Munchs wird auf die Figur der verhängnisvollen »Undine« verwiesen, die in zeitgleicher Literatur und Kunst beschriebene verlockende wie todbringende Meerjungfrau.

Städel Museum