Edvard Munch

Das kranke Kind I

1896

Farblithographie von vier Steinen, mit Kreide (Umdruck), Kreide, Tusche, Schabeisen, Sandpapier und Bimsstein, auf geripptem China
421 x 565 mm / 542 x 693 mm
Gedruckt von Auguste Clot, Paris

Inv. Nr. SG 223
Erworben 1911 von Ernst Arnold, Dresden

Literatur: Sch. 59 c; Woll 72 X/X c
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

In Paris wird 1889 im Zuge einer neuen Wertschätzung der Künstlergraphik die »Societé des Peintres-Graveurs« gegründet.

Zu Beginn der 1890er Jahre ist die Lithographie die bevorzugte druckgraphische Technik, und in Zusammenarbeit mit erfahrenen Druckwerkstätten können bald auch mehrfarbige Lithographien hergestellt werden. Bei Auguste Clot, der zeitgleich mit dem Druck der von Ambroise Vollard verlegten Mappen von Pierre Bonnard, Edouard Vuillard und Maurice Denis beschäftigt ist, verwirklicht Munch, in einer Vielfalt an Variationen seine Farblithographien zum Motiv des »Kranken Kindes« .

Während die Zeichnung im Umdruckverfahren auf den Lithostein übertragen wurde, führt ein kompliziertes Verfahren der Kombination mit unterschiedlichen Farbsteinen, denen mit Sandpapier und Bimsstein zusätzlich Struktur gegeben wird, zu einer faszinierenden Ausdruckssteigerung.

Städel Museum