Edvard Munch

Eifersucht II

1896

Lithographie mit Kreide, Tusche und Schabeisen, auf Velin
465 x 570 mm / 470 x 585 mm
Gedruckt von M. W. Lassally, Berlin

Inv. Nr. SG 3485
Erworben 1961 von Stuttgarter Kunstkabinett

Literatur: Sch. 58; Woll 69 b
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Zwei Sphären bestimmen die Komposition, die Munch zuvor und später in Malerei wie Druckgraphik variiert.

Im linken Vordergrund das bleiche, von Seelenqualen gezeichnete Antlitz von Munchs Freund Stanislaw Przybyszewski.

Rechts, in den Hintergrund gesetzt, die vor seinem geistigen Auge sich abspielende Szene. Vor einem Apfelbaum, der an den Sündenfall denken lässt, steht ein junges Paar, eine entblößte Schönheit und die dunkle Rückfigur eines Mann.

In den tiefschwarz druckenden Bereichen der Lithographie sind es nur einzelne herausgekratzte Linien, die ihrem langen Haar Bewegung und den Männergestalten Körperlichkeit verleihen, während ruhige Flächen im Kontrast zur bewegten Pinselzeichnung wirken.

Biographisch wird Eifersucht mit dem Berliner Boheme-Kreis in Verbindung gebracht. Nicht nur August Strindberg und Munch begehrten die freizügige Norwegerin Dagny Juel Przybyszewska, Ehefrau des vielseitig begabten, exzentrischen Freundes.

Städel Museum