Edvard Munch

Der Tod im Krankenzimmer

1896

Lithographie in Kreide und Tusche, auf blaugrauem geripptem Bütten
400 x 550 mm / 475 x 625 mm
Gedruckt von Auguste Clot, Paris

Inv. Nr. SG 830
Erworben 1916 von Ernst Arnold, Dresden

Literatur: Sch. 73; Woll 65 a
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Ein traumatisches Erlebnis seiner Kindheit, das Sterben seiner Schwester Sophie, wird Munch ein Leben lang künstlerisch verarbeiten.

Einem Bühnenauftritt gleich schildert er das Sterbezimmer, in dem die Familienangehörigen dem unausweichlichen Geschehen beiwohnen. Während die Sterbende, im abgewandten Lehnstuhl sitzend, dem Blick des Betrachters entzogen ist, konzentriert sich alle Aufmerksamkeit auf die Hilflosigkeit der größtenteils regungslos und stumm dargestellten Anwesenden.

Im Gegensatz zum weißen Gewand der Todgeweihten wirkt das homogene tiefe Schwarz der getuschten Flächen, das stilistisch an die Flächenholzschnitte des Zeitgenossen Félix Vallotton erinnert und die Wartenden in ihrem Schmerz verbindet.

Im Unterschied zu seinen Darstellungen des »Kranken Kindes« , schildert Munch in seiner auf Gemäldefassungen folgenden Lithographie das Sterben des Schwester aus der Perspektive der zurückbleibenden Familienmitglieder.

Städel Museum