Edvard Munch im Städel Museum

1863 wird Edvard Munch am 12. Dezember als zweites von fünf Kindern im norwegischen Løten geboren. Die Familie des Militärarztes link zu zieht bald darauf in die Hauptstadt Kristiania, das heutige Oslo.

1868 Nachdem die Mutter an Tuberkulose stirbt, führt ihre Schwester den Haushalt.

1877 Die ältere Schwester Sophie stirbt ebenfalls an Tuberkulose. Das traumatische Erlebnis führt später in Malerei und Druckgraphik u. a. zum wiederholten Bildthema des »Kranken Kindes« (link zu, link zu, link zu).

1881–1885 Nach einem abgebrochenen Architekturstudium besucht Munch die Staatliche Zeichenschule in Kristiania; er malt unter Anleitung des mit Max Klinger link zu befreundeten Christian Krohg, der ihn in die »Kristiania-Boheme« link zu, ein Kreis aus Künstlern und Intellektuellen um den anarchistischen Schriftsteller Christian Jaeger einführt. Ein Stipendium ermöglicht ihm 1885 die erste Parisreise.

1889–1892 Nach der ersten Einzelausstellung in Kristiania erhält Munch ein Staatsstipendium und begibt sich erneut nach Paris, lebt 1889/90 im Vorort
St. Cloud link zu, und bleibt, von Reisen und Sommeraufenthalten in der Heimat unterbrochen, für drei Jahre in der Metropole, unter dem Eindruck der zeitgenössischen Kunst Frankreichs link zu.

1892–1895 Nach Norwegen zurückgekehrt, wird Munch eingeladen, im Verein Berliner Künstler auszustellen. Seine maltechnisch und thematisch provozierenden Gemälde führen zum Eklat, die Ausstellung wird vorzeitig geschlossen, aber anschließend in Düsseldorf, Köln und durch Vermittlung von Dr. Max Asch link zu im Berliner Equitable-Palast gezeigt.

Munch bleibt in der deutschen Hauptstadt, verbringt die Sommer in Norwegen und unternimmt zahlreiche Reisen, u. a. nach Hamburg, Dresden, Leipzig, München, Kopenhagen und Stockholm.

Zu seinem Freundeskreis zählen Harry Graf Kessler, Literaten der Berliner »Boheme« im Weinlokal »Zum Schwarzen Ferkel« wie August Strindberg link zu und

Stanislaw Przybyszewski link zu, aber auch der Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe. Letzterer verlegt 1895 ein Mappenwerk mit acht Radierungen Munchs link zu.
Erst seit dem Spätherbst 1894 hat Munch begonnen zu radieren, und bald darauf entstehen auch erste Lithographien link zu.

1895–1900 lebt Munch in Norwegen und Paris, wo er auf die inzwischen ebenda lebenden Freunde Strindberg link zu und Meier-Graefe trifft, Stéphane Mallarmé begegnet, und Freundschaft mit dem Komponisten Frederik Delius schließt. Er arbeitet mit dem führenden Drucker Auguste Clot zusammen ( link zu, link zu, link zu), wo zeitgleich die Farblithographien der Nabis entstehen.
Unter dem Einfluss der Druckgraphiken seiner Zeitgenossen Paul Gauguin link zu und Félix Vallotton beginnt Munch 1896 mit ersten Holzschnitten link zu.

1901–1908 verbringt Munch überwiegend in Berlin, wo das Berliner Café Bauer seine Stammkneipe wird. Er reist nach Lübeck, Hamburg, Weimar, Chemnitz, Bad Kösen und Warnemünde. Die Sommer verbringt er meist im heimatlichen Åsgårdstrand link zu.

1902 lernt Munch durch seinen Förderer Albert Kollmann den Lübecker Kunstsammler Dr. Linde kennen, der zahlreiche seiner Druckgraphiken und das Gemälde »Fruchtbarkeit« erwirbt. In Lindes Auftrag entsteht die Mappe »Aus dem Hause Max Linde« (link zu, link zu).
In der Berliner Sezession zeigt Munch unter dem Titel »Aus dem modernen Seelenleben« eine Gruppe von Gemälden, die er später »Lebensfries« nennt
(link zu, link zu).

1904 Bruno Cassirer erhält das alleinige Verkaufsrecht der Graphik Munchs, Commeter in Hamburg das seiner Gemälde.

1907 verlegt Bruno Cassirer in Berlin das »Verzeichnis des graphischen Werks Edvard Munchs bis 1906« von Gustav Schiefler. Ein zweiter Band folgt 1928.

1908/09 Nervenzusammenbruch und Alkoholprobleme erzwingen einen längeren Klinikaufenthalt in Kopenhagen. Genesen zieht sich Munch nach Norwegen zurück.

1909 arbeitet Munch an den ersten Entwürfen zur 1916 fertiggestellten Dekoration der Universitätsaula in Kristiania.

1911 Georg Swarzenski, 1906 bis 1937 Direktor des Städelschen Kunstinstituts, erwirbt erste Druckgraphiken Munchs, darunter die Lithographie »Das kranke Kind« link zu und die Radierung »Sommernacht. Die Stimme« link zu, für die Städtische Galerie.

1912 nimmt Munch an der Kölner Sonderbund-Ausstellung teil.

1916 erwirbt Munch das Gut Ekely bei Kristiania, seinen ständigen, letzten Wohnsitz, wo er sich ein Atelier bauen läßt und eine Druckwerkstatt einrichtet.

1921 Reisen nach Berlin, Wiesbaden und Frankfurt am Main.

1927 Große Retrospektive der Nationalgalerie im ehemaligen Kronprinzenpalais, Berlin.

1930/31 schenkt der Künstler dem Städel elf Lithographien und Holzschnitte link zu.

1933 erscheinen die Munch-Monographien von Jens Thiis link zu, dem Direktor der Nasjonalgalleriet Oslo, und Pola Gauguin aus Anlaß des 70. Geburtstages.

1937 In deutschen Museen werden 82 Gemälde des Norwegers von den Nationalsozialisten als »entartet« beschlagnahmt. Die meisten werden 1939 in Oslo versteigert.

1940 Deutsche Truppen besetzen Norwegen.

1944 Edvard Munch stirbt am 23. Januar in Ekely.
Sein umfangreicher künstlerischer Nachlaß geht an die Stadt Oslo, wo 1963 zum 100. Geburtstag das Munch-museet eröffnet wird.

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Edvard Munch
Städel Museum